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Die Steuerung über Wirkungs-, Leistungs- und Kostenzusammenhängen verlangt nach beeinflussbaren Elementen, nämlich Zielen, Indikatoren und den zugehörigen Sollwerten. Für die Produktgruppen bzw. Produkte werden Wirkungs-, Leistungs- und Kostenziele formuliert. Um zu messen, inwiefern die gesetzten Ziele erreicht wurden, werden Beurteilungskriterien und Sollwerte festgelegt. 

Indikatoren und Sollwerte

Um die formulierten Ziele zu messen oder zumindest zu beurteilen, sind klar definierte Beurteilungskriterien notwendig. Diese sogenannten Indikatoren zeigen auf, was in Betracht gezogen wird, um zu überprüfen, ob die Wirkungs- und Leistungsziele eines Produktes bzw. einer Produktgruppe erreicht wurden.

Welche Grösse oder Höhe das Ziel anstrebt, gibt bei jedem Indikator ein Sollwert an. Der Sollwert zeigt den erwünschten Zustand der zu erreichenden Ziele eines Produkts bzw. einer Produktgruppe auf. Er ist demnach eine Zahl mit einer Einheit. Im Rahmen des Controllings werden diese Indikatoren und Sollwerte regelmässig bewirtschaftet. Ein Beispiel einer entsprechenden Indikatorenbewirtschaftung finden Sie hier.   

Ziele

Die angestrebten Ziele im NPM-Steuerungsprozess werden auf den Dimensionen Wirkungen, Leistungen und Kosten formuliert:

Wirkungsziele

Die Tätigkeit der Verwaltung muss bestimmten politisch gewollten Wirkungen entsprechen. Diese Wirkungsziele werden auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene durch den Gemeinderat festgelegt. Wirkungsziele bringen demnach die politisch gewollten, generellen Zielsetzungen zum Ausdruck. Sie orientieren sich an den gesellschaftlichen Zielen, die durch die Politik legitimiert werden.

Grundsätzlich kann dabei zwischen Wirkungszielen des Ordnungsstaates (z.B. Strafverfolgtheit oder Rechtssicherheit) und eher nutzenorientierten Wirkungszielen (z.B. Mobilität oder Existenzsicherung) unterschieden werden.

Wirkungsziele werden grundsätzlich nur auf der Ebene Produktgruppe formuliert, gelten jedoch dann auch für alle Produkte innerhalb der Gruppe. Sie geben in erster Linie die generelle „Ausrichtung" an. Das Erreichen der Wirkungsziele liegt nicht allein in der Verantwortung der Verwaltung.

 Beispiel für ein Wirkungsziel in der Produktgruppe Sicherheit und Bevölkerungsschutz:


Wirkungsziel

Indikator

Sollwert

„Ordre public": Gewährleistung von
Sicherheit und Ordnung auf dem Stadt-
gebiet durch Präventions- und
Schutzmassnahmen

Anzahl von Gewalt- und Gefährdungsfällen, bei
denen innert 2 h ab Eingang der Meldung die Situation
beruhigt ist.

> 90 %


Leistungsziele

Die öffentliche Verwaltung hat die Aufgabe, die Ziele umzusetzen, indem sie öffentliche Dienstleistungen (Produktgruppen und Produkte) anbietet. Dazu entwickelt sie konkrete Ziele auf der Leistungs- und Kostenebene, die schliesslich durch den Gemeinderat beschlossen werden.

Diese Leistungsziele beziehen sich

  1. auf die Qualitäten, Mengen und Fristen der erstellten Produkte
  2. auf die Kundenzufriedenheit
  3. auf die Kosten und Erlöse.

Das Erreichen der Leistungsziele kann mehrheitlich durch die Verwaltung verantwortet werden. Sie werden auf Ebene Produktgruppe und Produkt formuliert.

Beispiel für ein Leistungsziel in der Produktgruppe Sicherheit und Bevölkerungsschutz_:_




Kostenziele

Neben Wirkungen und Leistungen sind zudem die Kosten ein wichtiger Bestandteil der Steuerung unter WOV. Deshalb werden neben Wirkungs- und Leistungszielen auch Kostenziele formuliert. Es ist zentral, dass die Kosten der einzelnen Produktgruppen und Produkte ausgewiesen werden können.

Um dies zu ermöglichen, wird ergänzend zur bestehenden Finanzbuchhaltung eine Kostenrechnung geführt. Die Führung einer entsprechenden Betriebsbuchhaltung ist gesetzlich durch den Kanton vorgegeben.

Im Idealfall können die pro Produktgruppe und Produkt anfallenden Kosten im Sinne einer Vollkostensituation ausgewiesen werden. In der Kostenrechnung werden hierbei die Kosten und Erlöse den Produktgruppen und Produkten möglichst direkt zugewiesen. Für die nicht direkt zuweisbaren Kosten und Erlöse werden Umlagekriterien formuliert. Im Rahmen eines Detailkonzepts werden die Kostenstellen im Allgemeinen und allfällige Pflichtkostenstellen im Speziellen festgelegt. Zusätzlich sind Grundsätze zur Zeit- und Leistungserfassung, sowie zur Leistungsverrechnung und Anlagenbuchhaltung im Detailkonzept konkretisiert.


Kompetenzen bei der Zielformulierung


Die unterschiedlichen Ziele, insbesondere die Wirkungs- und Leistungsziele, werden auf diversen Ebenen entwickelt, beschlossen und zur Kenntnis genommen:

Der Gemeinderat legt die Wirkungsziele der Produktgruppen fest. Diese werden vom Stadtrat zur Kenntnis genommen.


Das Entwickeln der Leistungsziele zu den Produktegruppen und Produkten erfolgt primär durch die Verwaltung, da das dazu nötige Know-How vor allem bei den Leistungserbringern liegt. Beschlossen werden die Leistungsziele durch den Gemeinderat. Der Stadtrat nimmt sie zur Kenntnis.


Der Stadtrat hat die Möglichkeit, mittels parlamentarischer Interventionsinstrumente auf die Wirkungs- und Leistungsziele Einfluss zu nehmen. Er entscheidet im Rahmen des jährlichen Voranschlages über die Saldi (Kosten und Erlöse) der jeweiligen Produktgruppen und nimmt die Zielvorgaben der Kostenentwicklung pro Produktgruppe für die folgenden 3 Jahre des IFAP zur Kenntnis.


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